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1.5 Power Query starten: Erste Verbindung zur Datenquelle herstellen (Praxisbeispiel)

1. Ziel des Beitrags

Ziel dieses Beitrags ist es, erste praktische Erfahrungen mit Power Query zu sammeln.
Anhand eines realistischen Praxisbeispiels zeige ich Schritt für Schritt, wie ich Power Query in Excel einsetze, um Daten strukturiert aufzubereiten und für Auswertungen nutzbar zu machen.

Dabei lernen wir insbesondere:

  • wo Power Query in Excel zu finden ist
  • wie ich eine externe Datenquelle anbinde
  • wie der Power Query Editor aufgebaut ist und funktioniert
  • wie Daten vorbereitet werden, bevor sie ausgewertet werden

Auf dieser Grundlage erstelle ich anschließend einen konkreten Bericht:
Ich baue eine Verbindung zur Quelldatei auf, bereite die Daten im Power Query Editor vor und lade das Ergebnis in eine Pivot-Tabelle – ohne die Rohdaten direkt in der Berichtsdatei zu bearbeiten.

Mein Praxisziel:
Am Ende soll eine Pivot-Tabelle entstehen, die die Anzahl der verkauften Artikel pro Kunde zeigt und sich später mit einem Klick aktualisieren lässt.

2. Ausgangssituation: typische Excel-Realität

Warum ich Datenquelle und Auswertung konsequent trenne

In der Praxis sieht meine Ausgangssituation häufig so aus:

  • Verkaufsdaten liegen in einer Excel-Datei vor
  • regelmäßig kommen neue Zeilen hinzu
  • Kunden-, Rechnungs- und Positionsinformationen sind in einer Liste kombiniert
  • die Datei wächst mit jeder Auswertung weiter

Der klassische Excel-Ansatz wäre, diese Datei direkt weiterzuverarbeiten:
Formeln werden ergänzt, Hilfsspalten eingefügt, Pivot-Tabellen erstellt und Diagramme darauf aufgebaut. Mit jedem neuen Datenstand wiederholt sich dieser Ablauf ganz oder teilweise.

Das führt langfristig zu typischen Problemen:

  • Arbeitsmappen werden groß und langsam
  • Logik verteilt sich auf Formeln, Hilfsspalten und Pivots
  • Änderungen sind schwer nachvollziehbar
  • Fehler schleichen sich unbemerkt ein

Deshalb treffe ich zu Beginn eine bewusste Grundsatzentscheidung:

Ich trenne Datenquelle und Auswertung strikt voneinander.

Die Datei mit den Verkaufsdaten dient ausschließlich als Quelle.
Die Auswertung entsteht in einer separaten Berichtsdatei, die keine Rohdaten enthält, sondern nur Verbindungen, Transformationslogik und Berichte.

Power Query ist genau für diesen Ansatz konzipiert.
Es liest Daten aus externen Quellen, bereitet sie auf und stellt sie für Auswertungen bereit – ohne die Quelldatei zu verändern.

Diese Trennung bringt mehrere Vorteile:

  • die Quelldatei bleibt stabil und unverändert
  • die Berichtsdatei bleibt schlank
  • die Datenaufbereitung ist dokumentiert
  • Aktualisierungen erfolgen per Klick statt per Handarbeit

Damit schaffe ich eine saubere Grundlage für automatisierte und wartbare Excel-Berichte.

Power Query Arbeitsablauf: Von der Excel-Quelldatei über Power Query zur Berichtsdatei mit Pivot-Tabelle
Trennung von Datenquelle und Auswertung mit Power Query in Excel

3. Power Query finden und richtig einordnen

Warum der Einstiegspunkt entscheidend ist

Bevor ich mit Power Query arbeiten kann, muss ich wissen, wo ich das Werkzeug in Excel finde – und noch wichtiger: wie es konzeptionell einzuordnen ist.

Ich starte Power Query über die Registerkarte:

Daten → Daten abrufen und transformieren

Excel-Menüband mit hervorgehobenem Bereich „Daten abrufen und transformieren“ zum Start von Power Query
Power Query wird in Excel über die Registerkarte Daten im Bereich „Daten abrufen und transformieren“ gestartet.

Dieser Menübereich ist bewusst so aufgebaut. Er macht deutlich, dass Power Query vor der eigentlichen Auswertung angesiedelt ist. Ich nutze Power Query nicht, um Ergebnisse darzustellen, sondern um Daten zu beschaffen, zu strukturieren und vorzubereiten.

Ein häufiger Irrtum besteht darin, Power Query mit klassischen Excel-Funktionen oder mit Pivot-Tabellen gleichzusetzen. Tatsächlich erfüllt Power Query eine ganz andere Rolle:

  • Excel-Formeln rechnen mit vorhandenen Zellwerten
  • Pivot-Tabellen werten vorbereitete Daten aus
  • Power Query bereitet Daten für diese Auswertungen vor

Genau deshalb befindet sich Power Query im Menü Daten und nicht bei Formeln oder Diagrammen.

Auf derselben Registerkarte sehe ich außerdem den Bereich „Abfragen & Verbindungen“.

Excel-Menüband mit hervorgehobenem Bereich „Abfragen und Verbindungen“ zur Verwaltung von Power-Query-Abfragen
Im Bereich „Abfragen und Verbindungen“ werden alle vorhandenen Power-Query-Abfragen angezeigt und aktualisiert.

Dieser Bereich dient jedoch nicht als Einstiegspunkt für neue Abfragen, sondern als Übersicht über bereits bestehende Verbindungen und Abfragen. Neue Datenquellen binde ich immer über „Daten abrufen und transformieren“ an.

Mit diesem Verständnis wird klar:
Power Query ist keine zusätzliche Excel-Funktion, sondern eine vorgelagerte Verarbeitungsschicht, die mir hilft, Daten sauber und reproduzierbar aufzubereiten.


4. Beispiel-Dateien & Download

Warum ich mit einer Beispieldatei arbeite – und was der Leser daraus mitnimmt

Damit Sie die Schritte aus diesem Beitrag nachvollziehen und selbst nachbauen können, arbeite ich bewusst mit einer realistischen Beispieldatei. Power Query lässt sich zwar auch an kleinen Demo-Listen erklären, den echten Mehrwert erkennt man jedoch erst, wenn Daten eine gewisse Struktur und Größe haben.

Die Beispieldatei bildet deshalb eine typische Verkaufssituation ab:

  • mehrere Kunden
  • mehrere Rechnungen pro Kunde
  • mehrere Positionen pro Rechnung
  • realistische Spaltenbezeichnungen statt technischer Platzhalter

So entsteht ein Szenario, das der Praxis sehr nahekommt und sich gut für erste Erfahrungen mit Power Query eignet.

Excel-Liste mit Verkaufsdaten aus dem Power-Query-Praxisbeispiel, bestehend aus Rechnungsnummern, Positionsnummern, Mengen und Stückpreisen.
Ausgangsliste im Praxisbeispiel: Verkaufsdaten mit Rechnungen und Positionen als Basis für die Datenaufbereitung mit Power Query.

📥 Download der Beispieldatei

Die Datei steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung:

Ich empfehle, die Datei unverändert zu lassen und sie ausschließlich als Datenquelle zu verwenden. Alle weiteren Schritte erfolgen später in einer separaten Berichtsdatei.


⚠️ Hinweis zu Haftung & Best Practice (direkt beim Download)

Die bereitgestellte Datei dient ausschließlich zu Lern- und Demonstrationszwecken.
Alle enthaltenen Daten sind fiktiv und wurden vereinfacht dargestellt.

Für produktive Auswertungen gilt grundsätzlich:

  • Daten vor der Nutzung prüfen
  • Ergebnisse plausibilisieren
  • Power Query-Logik regelmäßig validieren

Gerade bei automatisierten Berichten ist es wichtig, fachliche Kontrolle nicht durch Technik zu ersetzen, sondern sinnvoll zu ergänzen.


Warum dieser Download didaktisch wichtig ist

Der Download verfolgt zwei Ziele:

  1. Nachvollziehbarkeit
    Sie können jeden Schritt aus dem Beitrag exakt nachbauen.
  2. Lernerfolg
    Power Query erschließt sich nicht durch Lesen allein, sondern durch aktives Arbeiten im Editor.

Ich empfehle daher ausdrücklich, den Beitrag nicht nur zu lesen, sondern parallel in Excel mitzuarbeiten.

5. Verbindung zur Quelldatei herstellen

Wie ich mit Power Query eine externe Excel-Datei anbinde

Nachdem die Beispieldatei bereitliegt, erstelle ich eine neue, leere Excel-Arbeitsmappe, die später ausschließlich als Berichtsdatei dient. In dieser Datei baue ich nun die Verbindung zur Quelldatei auf.

Neue leere Excel-Arbeitsmappe als Ausgangspunkt für die Berichtsdatei mit Power Query
Neue Berichtsdatei in Excel – Startpunkt für die Arbeit mit Power Query

Ich gehe dazu im Menüband auf:

Daten → Daten abrufen → Aus Datei → Aus Excel-Arbeitsmappe

Excel-Menüband mit Menüpfad „Daten abrufen → Aus Datei → Aus Arbeitsmappe“ zum Import einer Excel-Datei in Power Query
Über „Daten abrufen → Aus Datei → Aus Arbeitsmappe“ wird in Power Query eine Verbindung zu einer externen Excel-Datei hergestellt.

Dieser Menüpfad zeigt sehr gut, wie Power Query denkt:
Ich hole mir Daten von außen, statt sie in meine Arbeitsmappe zu kopieren.


Datei auswählen und importieren

Nach Auswahl des Menüpfads öffnet sich der Dateidialog. Hier wähle ich die zuvor heruntergeladene Beispieldatei aus und bestätige mit Importieren.

Excel-Dialogfeld „Daten importieren“ zur Auswahl einer Excel-Arbeitsmappe als Datenquelle für Power Query
Im Dialogfeld „Daten importieren“ wählen Sie die Excel-Datei aus, die als Datenquelle für Power Query dienen soll.

Wichtig an dieser Stelle:
Ich öffne die Quelldatei nicht aktiv und bearbeite sie auch nicht. Power Query stellt lediglich eine lesende Verbindung zu dieser Datei her.


Was Power Query an dieser Stelle tut – und was nicht

In diesem Schritt passiert noch keine Datenaufbereitung. Power Query merkt sich lediglich:

  • den Speicherort der Datei
  • den Dateityp (Excel-Arbeitsmappe)
  • dass die Datei künftig als Datenquelle verwendet werden soll

Die Daten werden noch nicht:

  • in die Berichtsdatei kopiert
  • verändert
  • ausgewertet

Das ist ein zentraler Unterschied zu klassischen Excel-Importen und eine wichtige Grundlage für spätere Aktualisierungen.


Warum die Quelldatei keine Excel-Tabelle sein muss

Ein weiterer Vorteil von Power Query:
Die Datenquelle muss nicht zwingend als offizielle Excel-Tabelle (Strg + T) formatiert sein.

Solange:

  • die erste Zeile Überschriften enthält
  • die Spalten konsistent aufgebaut sind

kann Power Query auch mit ganz normalen Excel-Listen arbeiten. Das ist besonders hilfreich, wenn Daten aus anderen Systemen stammen oder nicht perfekt vorbereitet sind.


Zwischenfazit zu diesem Schritt

Mit diesem Schritt habe ich:

  • eine externe Excel-Datei als Datenquelle angebunden
  • die Grundlage für automatisierte Updates geschaffen
  • noch keine Transformationen durchgeführt

Der eigentliche Einstieg in die Daten erfolgt im nächsten Schritt über den Navigator.


6. Der Navigator

Blatt auswählen, Daten prüfen und die richtige Entscheidung treffen

Nachdem ich die Quelldatei ausgewählt habe, öffnet Excel automatisch den Navigator. Dieser Schritt wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, ist aber fachlich sehr wichtig.

Der Navigator ist kein Bearbeitungsschritt, sondern ein Orientierungs- und Kontrollpunkt. Hier entscheide ich, welche Datenbasis ich tatsächlich weiterverarbeiten möchte.

Power Query Navigator in Excel ohne ausgewähltes Tabellenblatt – Übersicht der verfügbaren Datenquellen
Power Query Navigator: Überblick über verfügbare Blätter und Tabellen

Aufbau des Navigators verstehen

Im Navigator sehe ich zwei klar getrennte Bereiche:

  • linke Seite:
    eine Liste aller verfügbaren Objekte der Quelldatei (z. B. Arbeitsblätter oder Excel-Tabellen). Unsere Arbeitsmappe enthält zwei Tabellenblätter: Kunden_Liste und Verkaufsdaten_Liste. Da wir die Verkaufsdaten importieren wollen, klicken Sie hier bitte auf den Verkaufsdaten_Liste.
  • rechte Seite:
    eine Vorschau der jeweils ausgewählten Daten. Sie bekommen hier die Daten des Tabellenblatts Verkaufsdaten_Liste dargestellt.
Power Query Navigator mit Auswahl eines Arbeitsblatts und Datenvorschau vor dem Laden oder Transformieren
Der Navigator zeigt verfügbare Blätter und Tabellen der Datenquelle sowie eine Vorschau der enthaltenen Daten.

Diese Vorschau dient ausschließlich der Kontrolle. Sie zeigt mir, ob:

  • ich das richtige Blatt ausgewählt habe
  • Überschriften korrekt erkannt wurden
  • die Daten grundsätzlich plausibel aussehen

Noch findet keine Transformation statt.


Warum ich mir hier bewusst Zeit nehme

Gerade in der Praxis lohnt es sich, den Navigator nicht zu überspringen. Viele typische Probleme lassen sich hier bereits erkennen:

  • falsches Blatt in der Arbeitsmappe ausgewählt
  • zusätzliche Kopfzeilen oberhalb der Tabelle
  • leere Spalten oder unklare Struktur
  • unerwartete Datenformate

Was ich hier erkenne, muss ich später nicht aufwendig korrigieren.


Die wichtigste Entscheidung im Navigator

Am unteren Rand des Navigators sehe ich zwei zentrale Optionen:

  • Laden
  • Daten transformieren
Power Query Navigator in Excel mit hervorgehobenen Optionen „Laden“ und „Daten transformieren“
Power Query Navigator: Entscheidung zwischen direktem Laden und Daten transformieren

Ich entscheide mich grundsätzlich für „Daten transformieren“ – und nicht nur, um erste Erfahrungen mit Power Query zu sammeln.

Warum „Daten transformieren“ in der Praxis fast immer die bessere Wahl ist:

  • ich sehe und kontrolliere die automatisch erkannten Datentypen
  • ich kann Überschriften, Spalten und Inhalte prüfen
  • ich behalte die volle Kontrolle über die Datenstruktur
  • ich baue eine reproduzierbare Transformationslogik auf
  • ich verhindere, dass fehlerhafte Daten ungeprüft nach Excel geladen werden

Selbst wenn ich am Ende keine aufwendigen Transformationen benötige, ist der Weg über den Power Query Editor meist sinnvoller als ein direktes Laden.


Einordnung: Was der Navigator ist – und was nicht

Der Navigator:

  • ✔ hilft mir, die richtige Datenquelle auszuwählen
  • ✔ gibt mir eine erste inhaltliche Kontrolle
  • ✔ trennt Auswahl und Bearbeitung sauber

Der Navigator:

  • ✖ verändert keine Daten
  • ✖ speichert noch keine Logik
  • ✖ ist kein Transformationswerkzeug

Diese klare Trennung ist eine der großen Stärken von Power Query.


Ergebnis dieses Schritts

Mit der Entscheidung für „Daten transformieren“ wechsle ich in den Power Query Editor.
Dort beginnt die eigentliche Arbeit: die strukturierte, nachvollziehbare und wiederholbare Aufbereitung der Daten.

7. Power Query Editor

Oberfläche verstehen und das richtige Denkmodell entwickeln

Nach der Entscheidung für „Daten transformieren“ öffnet sich der Power Query Editor.
Spätestens an dieser Stelle wird klar, dass Power Query kein klassisches Excel-Arbeitsblatt ist, sondern ein eigenes Werkzeug mit einer anderen Arbeitslogik.

Mir ist wichtig, den Editor nicht nur zu bedienen, sondern zu verstehen, wie er funktioniert. Genau das entscheidet darüber, ob Power Query später als Hilfe oder als Hürde wahrgenommen wird.


Erste Orientierung im Power Query Editor

Die Oberfläche des Power Query Editors ist klar gegliedert und besteht aus drei zentralen Bereichen:

  • links:
    die Liste der Abfragen
  • mittig:
    die Datenvorschau
  • rechts:
    die Abfrageeinstellungen mit den angewendeten Schritten
Power Query Editor in Excel mit hervorgehobenen Bereichen: Abfragen, Datenvorschau und angewendete Schritte
Power Query Editor: Abfragen, Datenvorschau und Transformationsschritte im Überblick

Diese Aufteilung ist kein Zufall. Sie unterstützt das grundlegende Denkmodell von Power Query:
Ich arbeite nicht direkt an Daten, sondern an einer Abfolge von Verarbeitungsschritten.


Der wichtigste Unterschied zu Excel

Im klassischen Excel arbeite ich zellenbasiert:

  • Formeln greifen auf Zellen zu
  • Ergebnisse ändern sich sofort
  • Logik ist oft über viele Zellen verteilt

Im Power Query Editor ist das anders:

  • es gibt keine Zelladressen
  • keine nach unten kopierten Formeln
  • keine direkte Bearbeitung einzelner Werte

Stattdessen definiere ich Schritt für Schritt, wie Daten verarbeitet werden sollen.

Power Query speichert nicht das Ergebnis,
sondern die Logik, wie dieses Ergebnis entsteht.


Die Rolle der angewendeten Schritte

Besonders wichtig ist der Bereich „Angewendete Schritte“ auf der rechten Seite.
Hier sehe ich alle Verarbeitungsschritte, die Power Query bereits automatisch oder durch mein Zutun angelegt hat.

Power Query Editor in Excel mit hervorgehobenen angewendeten Schritten auf der rechten Seite
Angewendete Schritte im Power Query Editor: Jede Transformation nachvollziehbar dokumentiert

Typische Schritte, die bereits beim Öffnen vorhanden sind:

  • Quelle
  • Navigation
  • ggf. „Höher gestufte Header“
  • ggf. „Geänderter Typ“

Jeder dieser Schritte ist:

  • nachvollziehbar
  • anklickbar
  • bei Bedarf änderbar oder löschbar

Damit entsteht automatisch eine Dokumentation meiner Datenaufbereitung.


Warum ich hier nichts „kaputt machen“ kann

Ein großer Vorteil des Power Query Editors ist seine Fehlertoleranz.
Ich arbeite immer auf einer Vorschau der Daten und nicht auf den Originaldaten selbst.

Das bedeutet:

  • die Quelldatei bleibt unverändert
  • ich kann Schritte rückgängig machen
  • ich kann jederzeit zu einem früheren Zustand zurückspringen

Diese Arbeitsweise lädt dazu ein, Dinge auszuprobieren und zu lernen – ohne Risiko.


Ergebnis dieses Schritts

Nach diesem Abschnitt habe ich:

  • die Oberfläche des Power Query Editors eingeordnet
  • verstanden, dass ich mit Schritten statt mit Zellen arbeite
  • einen ersten Überblick über die automatisch angelegten Schritte

Damit ist die Grundlage gelegt, um die Abfrage sinnvoll weiter aufzubauen.

8. Abfrage sinnvoll benennen

Warum Ordnung in Power Query früher beginnt als viele denken

Sobald der Power Query Editor geöffnet ist, vergebe ich als Erstes einen sinnvollen Namen für die Abfrage. Dieser Schritt wirkt unscheinbar, ist aber für sauberes Arbeiten mit Power Query sehr wichtig.

Der Abfragename ist kein rein kosmetisches Detail. Er begleitet mich durch den gesamten weiteren Prozess und taucht später an mehreren Stellen wieder auf.


Wo der Abfragename überall verwendet wird

Der Name einer Abfrage erscheint unter anderem:

  • in der Abfragenliste im Power Query Editor
  • im Bereich „Abfragen & Verbindungen“ in Excel
  • als Name der Pivot-Tabelle, wenn ich direkt eine Pivot lade
  • als Referenz, sobald ich weitere Abfragen darauf aufbaue

Ein unklarer Name wie „Tabelle1“ oder „Abfrage1“ ist am Anfang vielleicht noch verständlich – spätestens bei mehreren Abfragen führt er jedoch schnell zu Verwirrung.


Wie ich den Abfragenamen ändere

Den Namen ändere ich direkt im Bereich Abfrageeinstellungen auf der rechten Seite des Power Query Editors.

Ich klicke in das Namensfeld, überschreibe den automatisch vergebenen Namen und vergebe einen fachlich sinnvollen Namen, zum Beispiel:

Verkaufsdaten

Power Query Editor in Excel mit hervorgehobenem Abfragenamen in den Abfrageeinstellungen
Abfragenamen im Power Query Editor ändern – Ordnung von Anfang an

Damit ist sofort klar, welche Art von Daten diese Abfrage liefert und wofür sie gedacht ist.


Warum ich diesen Schritt bewusst früh mache

Ich benenne die Abfrage bevor ich mit weiteren Transformationen beginne. Das hat mehrere Vorteile:

  • ich behalte von Anfang an den Überblick
  • die Abfrage ist eindeutig identifizierbar
  • spätere Schritte und Auswertungen lassen sich leichter zuordnen

Gerade wenn ich später weitere Abfragen hinzufüge oder Daten kombiniere, zahlt sich diese Ordnung sofort aus.


Typische Denkfehler an dieser Stelle

Gerade Einsteiger neigen dazu, diesen Schritt zu überspringen:

  • „Ich weiß ja, was die Abfrage macht.“
  • „Ich benenne sie später.“

Die Erfahrung zeigt:
Später wird es selten übersichtlicher – meist nur komplexer. Ein sauberer Name von Anfang an ist deshalb eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Best Practice.


Ergebnis dieses Schritts

Nach diesem Schritt habe ich:

  • eine eindeutig benannte Abfrage
  • eine bessere Orientierung im Editor
  • eine saubere Grundlage für alle weiteren Schritte

Damit ist die Abfrage bereit, inhaltlich weiterbearbeitet zu werden.

9. Datentypen prüfen

Warum dieser Schritt eine oft unterschätzte Grundlage für korrekte Auswertungen ist

Nachdem die Abfrage sinnvoll benannt ist, prüfe ich als Nächstes die Datentypen der einzelnen Spalten. Dieser Schritt wirkt auf den ersten Blick technisch, ist aber fachlich extrem wichtig – insbesondere für spätere Pivot-Tabellen.

Viele Probleme in Excel-Auswertungen entstehen nicht in der Pivot-Tabelle selbst, sondern viel früher durch falsch interpretierte Datentypen.


Was Datentypen in Power Query bedeuten

Jede Spalte in Power Query hat genau einen fest definierten Datentyp. Dieser legt fest:

  • wie Power Query die Inhalte interpretiert
  • welche Transformationen möglich sind
  • wie Excel die Daten später weiterverarbeitet

Typische Datentypen sind:

  • Text
  • Ganze Zahl
  • Dezimalzahl
  • Datum
  • Datum/Uhrzeit

Ein Wert kann optisch korrekt aussehen, fachlich aber falsch interpretiert werden – zum Beispiel, wenn Zahlen oder Datumswerte als Text erkannt wurden.


Automatische Datentyp-Erkennung – hilfreich, aber nicht perfekt

Power Query versucht beim Import automatisch, die Datentypen zu erkennen. Das sehe ich häufig am automatisch angelegten Schritt „Geänderter Typ“.

Power Query Editor in Excel mit hervorgehobenen automatisch erkannten Datentypen in den Spaltenüberschriften
Automatische Datentyperkennung im Power Query Editor

Diese automatische Erkennung funktioniert oft gut, aber nicht immer zuverlässig. Problematisch sind unter anderem:

  • unterschiedliche Datumsformate
  • Zahlen mit abweichenden Dezimal- oder Tausendertrennzeichen
  • Spalten mit gemischten Inhalten

Deshalb prüfe ich die Datentypen bewusst selbst.


Datentypen manuell anpassen – so gehe ich vor

Den aktuellen Datentyp erkenne ich direkt am Symbol in der Spaltenüberschrift:

  • ABC → Text
  • 123 → Zahl
  • Kalendersymbol → Datum

Um den Datentyp zu ändern, gehe ich wie folgt vor:

  1. Ich klicke auf das Datentyp-Symbol in der Spaltenüberschrift
  2. Alternativ: Rechtsklick auf die Spalte → Datentyp ändern
  3. Ich wähle den fachlich passenden Datentyp aus (z. B. Ganze Zahl oder Datum)
Datentyp im Power Query Editor ändern, zum Beispiel von Text zu Zahl oder Datum
Datentyp im Power Query Editor manuell anpassen

Power Query legt dabei automatisch einen neuen Schritt in den angewendeten Schritten an. Dieser Schritt wird bei jeder Aktualisierung erneut ausgeführt – genau so, wie ich ihn definiert habe.


Warum ich Datentypen bewusst früh prüfe

Ich prüfe Datentypen früh im Prozess, bevor weitere Transformationen folgen. Der Grund ist einfach:

  • spätere Schritte bauen auf den Datentypen auf
  • falsche Datentypen verfälschen Gruppierungen und Aggregationen
  • Pivot-Tabellen reagieren besonders sensibel auf fehlerhafte Typen

Ein typisches Symptom falscher Datentypen:

  • eine Pivot zählt Werte, obwohl sie summieren sollte

Die Ursache liegt dann fast immer hier – nicht in der Pivot-Tabelle.


Ergebnis dieses Schritts

Nach der Prüfung der Datentypen habe ich:

  • Klarheit darüber, wie Power Query meine Daten interpretiert
  • eine stabile Grundlage für weitere Transformationen
  • deutlich weniger Risiko für spätere Auswertungsfehler

Damit ist der Weg frei für den nächsten Schritt: das bewusste Reduzieren der Daten.


10. Unnötige Spalten entfernen

Warum weniger Daten oft die bessere Grundlage für gute Auswertungen sind

Nachdem Datentypen geprüft und korrigiert sind, reduziere ich als Nächstes bewusst die Datenmenge. In der Praxis heißt das: Ich entferne alle Spalten, die ich für die Auswertung nicht benötige.

Dieser Schritt ist kein „Aufräumen aus Schönheitsgründen“, sondern ein wichtiger fachlicher und technischer Bestandteil der Datenaufbereitung.


Warum ich Spalten bewusst entferne

Rohdaten enthalten häufig deutlich mehr Informationen, als für einen konkreten Bericht notwendig sind. Technische IDs, Statusfelder oder interne Merkmale sind für die Quelle sinnvoll – für die Auswertung jedoch oft irrelevant.

Durch das Entfernen unnötiger Spalten erreiche ich mehrere Dinge gleichzeitig:

  • die Daten werden übersichtlicher
  • Pivot-Feldlisten werden schlanker
  • Berichte lassen sich schneller verstehen
  • die Performance verbessert sich
  • Fehlerquellen werden reduziert

Kurz gesagt: Ich konzentriere mich auf das, was ich wirklich auswerten will.


Wie ich Spalten in Power Query entferne

Das Entfernen von Spalten ist im Power Query Editor sehr einfach:

  1. Ich markiere eine oder mehrere Spalten, die ich nicht benötige
  2. Ich klicke mit der rechten Maustaste auf eine der markierten Spalten
  3. Ich wähle „Entfernen“

Alternativ kann ich über das Menüband gehen:

Start → Spalten entfernen

Spalte im Power Query Editor über das Kontextmenü löschen
Spalten im Power Query Editor über das Kontextmenü entfernen

Power Query erstellt automatisch einen neuen Schritt „Entfernte Spalten“ in den angewendeten Schritten.


Was im Hintergrund passiert

Wichtig ist:
Ich lösche hier keine Daten in der Quelldatei. Power Query merkt sich lediglich, dass diese Spalten im Ergebnis nicht mehr enthalten sein sollen.

Power Query Editor mit hervorgehobenem Schritt „Entfernte Spalten“ in den angewendeten Schritten
Angewendeter Schritt „Entfernte Spalten“ – jede Änderung wird protokolliert

Bei jeder Aktualisierung:

  • liest Power Query erneut alle Spalten aus der Quelle
  • entfernt dann genau die Spalten, die ich definiert habe

Das macht den Prozess stabil und reproduzierbar.


Typische Denkfehler an dieser Stelle

Ein häufiger Fehler ist, zu viele Spalten „vorsichtshalber“ stehen zu lassen, nach dem Motto:

„Vielleicht brauche ich die später noch.“

In der Praxis führt das oft zu:

  • unübersichtlichen Feldlisten
  • falschen Auswertungen
  • unnötiger Komplexität

Meine Empfehlung:
Lieber konsequent reduzieren.
Falls später weitere Informationen benötigt werden, lassen sich Spalten jederzeit wieder einblenden oder neu anbinden.


Ergebnis dieses Schritts

Nach dem Entfernen unnötiger Spalten habe ich:

  • eine fachlich fokussierte Datengrundlage
  • weniger Ballast in der Abfrage
  • eine bessere Basis für Pivot-Tabellen

Damit sind die Daten so weit vorbereitet, dass sie nach Excel geladen werden können.

11. Daten laden – bewusst entscheiden, wie und wohin

Warum „Schließen & Laden in…“ der wichtigste Klick ist

Nachdem die Daten vorbereitet sind, folgt ein Schritt, der oft unterschätzt wird: das Laden der Daten nach Excel.
Gerade hier entscheidet sich, ob Power Query seinen größten Vorteil ausspielen kann – oder ob ich wieder in alte Excel-Muster zurückfalle.


Warum ich nicht einfach auf „Schließen & Laden“ klicke

Im Power Query Editor sehe ich oben links den Button „Schließen & Laden“.
Ein direkter Klick darauf würde die Daten als Excel-Tabelle auf einem neuen Arbeitsblatt laden. Das ist technisch korrekt – aber für mein Ziel nicht optimal.

Power Query Editor in Excel mit hervorgehobener Schaltfläche „Schließen und Laden“
Schließen und Laden: Daten aus Power Query an Excel übergeben

Für dieses Praxisbeispiel möchte ich keine Rohdaten-Tabelle, sondern eine Auswertung. Deshalb wähle ich bewusst den Umweg über die erweiterten Optionen.


Der richtige Weg: „Schließen & Laden in…“

Ich klicke auf den kleinen Pfeil neben „Schließen & Laden“ und wähle:

Schließen & Laden in…

Power Query Editor in Excel mit hervorgehobener Schaltfläche „Schließen und laden in…“
Schließen und laden in…: Ziel für die Power-Query-Daten gezielt festlegen

Damit öffnet sich ein Dialog, in dem ich genau steuern kann, wie die Daten in Excel verwendet werden sollen.


Die wichtigsten Ladeoptionen verstehen

Im Dialog „Laden in…“ stehen mir mehrere Optionen zur Verfügung:

  • Tabelle
    → lädt die Daten als klassische Excel-Tabelle
  • PivotTable-Bericht
    → erstellt direkt eine Pivot-Tabelle auf Basis der Abfrage
  • Nur Verbindung erstellen
    → speichert nur die Abfrage, ohne Daten ins Blatt zu laden
Dialogfeld „Daten importieren“ in Excel mit ausgewählter Option „PivotTable-Bericht“
Daten importieren: Power-Query-Ergebnis direkt als Pivot-Tabelle laden

Für dieses Beispiel entscheide ich mich für PivotTable-Bericht.
So nutze ich Power Query genau für das, wofür es gedacht ist: als Datenbasis für Auswertungen.


Warum das Speicher und Performance spart

Ein zentraler Vorteil dieses Vorgehens:
Die Rohdaten werden nicht vollständig in die Arbeitsmappe kopiert. Stattdessen wird nur das Ergebnis geladen, das ich für die Auswertung benötige.

Das führt zu:

  • deutlich kleineren Dateien
  • besserer Performance
  • klarer Trennung zwischen Datenlogik und Darstellung

Gerade bei wachsenden Datenmengen ist das ein enormer Vorteil gegenüber klassischen Excel-Ansätzen.


Ergebnis dieses Schritts

Nach diesem Schritt habe ich:

  • eine Power-Query-Abfrage als Datenquelle
  • eine direkt darauf basierende Pivot-Tabelle
  • eine saubere, wartbare Berichtsstruktur

Jetzt fehlt nur noch eines: die eigentliche Auswertung.

12. Pivot-Tabelle erstellen

Aus vorbereiteten Daten wird eine aussagekräftige Auswertung

Nachdem die Daten über Power Query geladen wurden, befindet sich Excel bereits im Pivot-Tabellenmodus. Jetzt geht es darum, aus der sauberen Datenbasis eine konkrete Auswertung zu erstellen.

Zur Erinnerung an das Praxisziel dieses Beitrags:
Ich möchte sehen, wie viele Artikel pro Kunde verkauft wurden.


Die Pivot-Feldliste verstehen

Sobald die Pivot-Tabelle angelegt ist, erscheint auf der rechten Seite die Pivot-Feldliste. Sie zeigt alle Felder, die aus der Power-Query-Abfrage stammen.

Excel Pivot-Tabellen-Platzhalter mit geöffneter Pivot-Feldliste nach dem Laden aus Power Query
Pivot-Tabelle nach dem Laden aus Power Query – Platzhalter und Feldliste

Ein großer Vorteil dieses Vorgehens:
Da ich die Daten zuvor reduziert und bereinigt habe, ist die Feldliste übersichtlich und enthält nur relevante Spalten. Genau hier zeigt sich der Nutzen der vorherigen Schritte.


Felder richtig anordnen

Für meine Auswertung gehe ich wie folgt vor:

  • Kunde ziehe ich in den Bereich Zeilen
  • Menge (oder alternativ Positions-ID) ziehe ich in den Bereich Werte
Fertiggestellte Excel Pivot-Tabelle mit Verkaufsdaten, erstellt aus Power-Query-Daten
Fertige Pivot-Tabelle: Auswertung der Verkaufsdaten auf Basis von Power Query

Excel erstellt daraus automatisch eine Pivot-Tabelle, die pro Kunde die entsprechende Kennzahl berechnet.


Aggregation prüfen und ggf. anpassen

Standardmäßig entscheidet Excel selbst, wie ein Feld im Wertebereich aggregiert wird (z. B. Summe oder Anzahl).
Ich prüfe daher bewusst:

  • Wird gezählt, wo gezählt werden soll?
  • Wird summiert, wo summiert werden soll?
Wertfeldeinstellungen einer Excel Pivot-Tabelle zur Anpassung der Berechnungsart
Wertfeldeinstellungen in der Pivot-Tabelle: Berechnung und Darstellung festlegen

Falls nötig, passe ich die Aggregation über Wertfeldeinstellungen an. Auch hier gilt: Wenn etwas nicht passt, liegt die Ursache häufig nicht in der Pivot, sondern in den Datentypen, die ich zuvor in Power Query festgelegt habe.

Hinweis: Das Dialogfeld Wertfeldeinstellungen kann geöffnet werden, indem man in der Feldliste der Pivot-Tabelle mit der linken Maustaste auf das Feld bei Werte klickt, und dann den Eintrag Wertfeldeinstellungen auswählt.


Warum diese Pivot bewusst einfach gehalten ist

Diese erste Pivot-Tabelle ist bewusst einfach aufgebaut. Es geht an dieser Stelle nicht um komplexe Analysen, sondern darum:

  • den vollständigen Weg von der Quelle bis zur Auswertung zu verstehen
  • zu sehen, wie Power Query und Pivot-Tabellen zusammenspielen
  • eine belastbare Grundlage für spätere Erweiterungen zu schaffen

Auf dieser Basis lassen sich später problemlos:

  • Zeitdimensionen
  • Filter
  • weitere Kennzahlen
  • Diagramme

ergänzen.


Ergebnis dieses Schritts

Nach diesem Schritt habe ich:

  • eine funktionierende Pivot-Tabelle
  • eine klare Auswertung „verkaufte Artikel pro Kunde“
  • eine direkte Verbindung zur Power-Query-Abfrage

Damit ist der fachliche Teil abgeschlossen. Was jetzt noch folgt, ist der eigentliche Automatisierungsgewinn.

13. Aktualisieren

Warum sich der Aufwand mit Power Query jetzt auszahlt

Der größte Mehrwert von Power Query zeigt sich nicht beim ersten Bericht, sondern bei jeder weiteren Aktualisierung. Genau hier trennt sich der klassische Excel-Ansatz von einem sauberen, automatisierten Prozess.


Was bei neuen Daten passiert

Angenommen, die Quelldatei wird aktualisiert:

  • neue Transaktionen werden ergänzt
  • neue Kunden kommen hinzu
  • weitere Rechnungen werden erfasst

Ich muss keine Formeln kopieren,
keine Pivot neu aufbauen,
keine Hilfsspalten nachziehen.

Stattdessen reicht ein einziger Schritt.


Der Aktualisieren-Button

In der Berichtsdatei klicke ich einfach auf:

Daten → Alle aktualisieren

Excel-Menüband mit hervorgehobenem Befehl „Alle aktualisieren“ zum Aktualisieren von Power-Query-Abfragen
Alle aktualisieren: Power-Query-Abfragen und Pivot-Tabellen mit einem Klick aktualisieren

Excel führt nun automatisch aus:

  1. Verbindung zur Quelldatei herstellen
  2. Power-Query-Abfrage erneut ausführen
  3. alle definierten Transformationsschritte anwenden
  4. Pivot-Tabelle aktualisieren

Alles passiert in der richtigen Reihenfolge – ohne manuelles Eingreifen.


Warum das mehr ist als nur „Bequemlichkeit“

Der Aktualisieren-Button steht für einen grundlegenden Unterschied im Arbeiten mit Excel:

  • ich wiederhole keine Arbeit
  • ich wiederhole nur Logik

Das bedeutet:

  • weniger Fehler
  • reproduzierbare Ergebnisse
  • nachvollziehbare Berichte
  • deutlich geringerer Pflegeaufwand

Gerade bei regelmäßig wiederkehrenden Auswertungen (Monat, Quartal, Jahr) ist das ein enormer Produktivitätsgewinn.


Typische Praxis-Szenarien

Dieser Ansatz eignet sich besonders gut für:

  • monatliche Vertriebsberichte
  • wiederkehrende Controlling-Auswertungen
  • Daten aus Vorsystemen (ERP, CRM, Exporte)
  • wachsende Datenbestände

Einmal sauber aufgebaut, bleibt der Prozess stabil – auch wenn die Datenmenge wächst.


Ergebnis dieses Schritts

Nach diesem Schritt habe ich:

  • einen vollständig automatisierten Datenfluss
  • eine aktualisierbare Pivot-Tabelle
  • einen Bericht, der mit den Daten mitwächst

14. Zusammenfassung – was ich in diesem Beitrag gelernt habe

In diesem Beitrag habe ich meine ersten praktischen Erfahrungen mit Power Query gesammelt – nicht abstrakt, sondern anhand eines konkreten Praxisbeispiels.

Schritt für Schritt habe ich gelernt:

  1. Power Query richtig einzuordnen
    Power Query ist kein Ersatz für Formeln oder Pivot-Tabellen, sondern eine vorgelagerte Verarbeitungsschicht zur Datenaufbereitung.
  2. Warum ich Datenquelle und Auswertung trenne
    Durch die Trennung bleibt die Berichtsdatei schlank, übersichtlich und wartbar.
  3. Wie ich eine externe Excel-Datei anbinde
    Über Daten abrufen → Aus Datei → Aus Arbeitsmappe stelle ich eine reine Leseverbindung her.
  4. Welche Rolle der Navigator spielt
    Der Navigator hilft mir, die richtige Datenbasis auszuwählen und frühzeitig Strukturprobleme zu erkennen.
  5. Warum ich fast immer „Daten transformieren“ wähle
    So behalte ich Kontrolle über Datentypen, Spalten und Struktur – selbst wenn ich nur wenig transformiere.
  6. Wie der Power Query Editor funktioniert
    Ich arbeite nicht zellenbasiert, sondern schrittbasiert – jede Änderung wird dokumentiert.
  7. Warum saubere Abfragenamen wichtig sind
    Ordnung in Power Query beginnt früh und zahlt sich bei wachsenden Modellen sofort aus.
  8. Wie entscheidend korrekte Datentypen sind
    Falsche Datentypen führen zu falschen Pivot-Ergebnissen – die Ursache liegt fast immer vor der Auswertung.
  9. Warum ich Daten bewusst reduziere
    Weniger Spalten bedeuten weniger Komplexität, bessere Performance und klarere Auswertungen.
  10. Wie ich Daten gezielt lade
    Über Schließen & Laden in… entscheide ich bewusst, dass ich direkt mit einer Pivot-Tabelle arbeite.
  11. Wie aus vorbereiteten Daten eine Auswertung entsteht
    Die Pivot-Tabelle zeigt mir die Anzahl verkaufter Artikel pro Kunde – exakt das definierte Praxisziel.
  12. Warum Aktualisieren der eigentliche Gewinn ist
    Neue Daten werden mit einem Klick verarbeitet – ohne erneute manuelle Arbeit.

Damit habe ich nicht nur einen Bericht erstellt, sondern einen reproduzierbaren, wartbaren Prozess aufgebaut.

Ergänzender Kerngedanke: Power Query und Pivot-Tabellen gehören zusammen

Ein besonders wichtiger Lernpunkt dieses Beitrags ist die Erkenntnis, dass sich Power Query und Pivot-Tabellen nicht ausschließen, sondern sich optimal ergänzen.

  • Power Query übernimmt die Aufgabe, Daten zu beschaffen, zu bereinigen, zu strukturieren und reproduzierbar vorzubereiten.
  • Pivot-Tabellen übernehmen die Aufgabe, diese vorbereiteten Daten flexibel auszuwerten, zu verdichten und darzustellen.

Power Query ersetzt also keine Pivot-Tabelle – und umgekehrt.
Erst das Zusammenspiel beider Werkzeuge ermöglicht:

  • stabile und wartbare Berichte
  • klare Trennung von Datenlogik und Auswertung
  • flexible Analysen ohne erneute Datenaufbereitung

In diesem Beitrag habe ich genau diesen Ansatz umgesetzt:
Power Query liefert die saubere Datenbasis – die Pivot-Tabelle macht daraus eine aussagekräftige Auswertung.


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