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2.1 Die Oberfläche des Power Query Editors – Tour durch den Editor, das Menüband und die Abfrage-Einstellungen

1. Ziel des Beitrags

Die Benutzeroberfläche von Power Query sicher verstehen

Nachdem Sie in den bisherigen Beiträgen gelernt haben, wie Sie Power Query starten, Datenquellen anbinden und erste Transformationen durchführen, gehen wir nun einen entscheidenden Schritt weiter:

Sie lernen die Oberfläche des Power Query Editors im Detail kennen.

Denn nur wenn Sie die einzelnen Bereiche wirklich verstehen, können Sie effizient arbeiten und Power Query gezielt einsetzen. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen:

  • wie der Power Query Editor aufgebaut ist
  • welche Bereiche welche Aufgaben haben
  • wie Sie sich sicher in der Oberfläche bewegen
  • worauf Sie besonders achten sollten

2. Warum die Oberfläche so wichtig ist

Power Query ist kein klassisches Excel-Tool. Während Sie in Excel direkt in Zellen arbeiten, arbeiten Sie in Power Query prozessbasiert:

  • Jeder Klick erzeugt einen Schritt
  • Jeder Schritt wird gespeichert
  • Alles ist nachvollziehbar und reproduzierbar

Genau dafür ist die Oberfläche optimiert. Der Editor besteht aus mehreren Bereichen, die perfekt zusammenspielen.

Zum Vergleich:

AspektExcelPower Query
ArbeitsweiseZellenbasiertSchrittbasiert
NachvollziehbarkeitGeringHoch
OriginaldatenWerden verändertBleiben unberührt

3. Überblick: Die 5 zentralen Bereiche

Die Oberfläche des Power Query Editors gliedert sich in fünf Hauptbereiche:

3.1 Menüband (oben): Hier steuern Sie alle Aktionen.
3.2 Abfragen-Bereich (links): Hier verwalten Sie Ihre Datenquellen und Ordner.
3.3 Datenvorschau (Mitte): Hier sehen und bearbeiten Sie Ihre Daten.
3.4 Abfrageeinstellungen (rechts): Hier steuern und dokumentieren Sie Ihre Transformationen.
3.5 Statusleiste (ganz unten): Hier sehen Sie auf einen Blick die Anzahl der Spalten und Zeilen sowie den Ladestatus.

Power Query Editor Oberfläche mit Menüband, Abfragen-Bereich, Datenvorschau und Abfrageeinstellungen in Excel
Die fünf Hauptbereiche des Power Query Editors im Überblick: Menüband, Abfragen, Datenvorschau, Abfrageeinstellungen und Statusleiste

4. Das Menüband – Ihr Werkzeugkasten

Das Menüband funktioniert ähnlich wie in Excel – ist aber auf Datenaufbereitung spezialisiert.

Die wichtigsten Registerkarten

Start: Die zentrale Steuerzentrale. Funktionen: Datenquelle ändern, Spalten auswählen, Zeilen filtern, Abfrage schließen & laden.

Wichtig: Über den kleinen Pfeil unter „Schließen & laden“ können Sie wählen, ob die Daten nur als Verbindung im Hintergrund bleiben (z. B. für spätere Ladevorgänge) oder direkt in eine Excel-Tabelle geladen werden sollen.

Transformieren: Verändert bestehende Daten (z. B. Datentypen ändern, Spalten teilen, Werte ersetzen, Gruppieren).

Spalte hinzufügen: Erzeugt neue Informationen (z. B. Benutzerdefinierte Spalten, Bedingte Spalten). Vergleichbar mit Formeln, aber strukturierter.

Wichtig – Transformieren vs. Spalte hinzufügen: Beide Registerkarten bieten teilweise dieselben Funktionen, verhalten sich aber grundlegend anders. „Transformieren“ verändert die bestehende Spalte direkt – die Originaldaten in dieser Spalte werden überschrieben. „Spalte hinzufügen“ lässt die Originalspalte unangetastet und erzeugt stattdessen eine neue Spalte mit dem Ergebnis. Welche Option die richtige ist, hängt davon ab, ob Sie Ihre Ausgangsdaten erhalten möchten oder nicht.

Ansicht: Arbeitsumgebung steuern.

Wichtig: Aktivieren Sie hier unter „Ansicht“ das Häkchen bei Bearbeitungsleiste, um den Code hinter Ihren Klicks direkt sehen zu können.

💡 Praxis-Tipp: Viele Funktionen aus dem Menüband finden Sie auch per Rechtsklick direkt auf einer Spalte – oft der schnellste Weg. Besonders praktisch ist hier die Funktion „Nach unten auffüllen“ (Fill Down), die im Menüband etwas versteckt ist.

Nützliche Tastenkombinationen

ShortcutFunktion
Alt + F5Alle Abfragen aktualisieren
Strg + KlickMehrere Spalten gleichzeitig auswählen
Strg + WAbfrage-Editor schließen

5. Der Abfragen-Bereich – Ihre Datenstruktur

Auf der linken Seite sehen Sie alle Abfragen. Hier passiert Folgendes:

  • Auswahl der aktuellen Abfrage
  • Organisation mehrerer Datenquellen (auch in Ordnern/Gruppen)
  • Erstellung neuer Abfragen sowie Duplizieren oder Verweisen

💡 Praxis-Tipp: Strukturieren Sie Ihre Abfragen früh sauber (z. B. „Rohdaten“, „Transformation“, „Auswertung“). Das zahlt sich bei größeren Projekten enorm aus.

Wichtig: Unter dem Register Ansicht im Menüband finden Sie die Funktion „Abfrageabhängigkeiten“ – dort sehen Sie grafisch, welche Abfrage auf welcher basiert. Unverzichtbar zur Fehlersuche, sobald Sie mit mehreren verknüpften Abfragen arbeiten.


6. Die Datenvorschau – Hier arbeiten Sie wirklich

Die Mitte ist Ihr Schaufenster. Sie sehen eine Vorschau (meist die ersten 1.000 Zeilen) Ihrer Daten.

Spaltenqualität aktivieren

Gehen Sie auf das Register Ansicht und setzen Sie ein Häkchen bei Spaltenqualität. Wenn Sie direkt daneben auch „Spaltenverteilung“ aktivieren, sehen Sie zusätzlich Balkendiagramme unter den Spalten – perfekt, um Ausreißer oder ungleiche Verteilungen sofort zu erkennen.

Datenqualität auf einen Blick

Sobald die Spaltenqualität aktiviert ist, sehen Sie farbige Balken unter den Überschriften:

  • 🟢 Grün = Gültige Werte
  • 🔴 Rot = Fehlerwerte
  • Grau = Leere Zellen
Power Query Spaltenqualität aktivieren über Ansicht Menü zur Datenprüfung
So aktivieren Sie die Spaltenqualität im Power Query Editor zur schnellen Datenprüfung

Neben den Qualitätsbalken sehen Sie kleine Datentyp-Symbole (ABC, 123, Kalender etc.). Ein Klick darauf reicht aus, um den Datentyp schnell zu ändern – oft schneller als über das Menüband.

Wichtig: Power Query kennt keine Formatierungen im Excel-Sinne. Wenn Sie eine Spalte als Datum definieren, speichert Power Query dies intern als Zahl. Die spätere Darstellung im Excel-Blatt steuern Sie separat über die Zellformatierung.

Aktionen in der Datenvorschau

Filtern, Sortieren und Spalten bearbeiten – alles über die Dropdown-Menüs der Überschriften.

Wichtig zu verstehen: Power Query verändert nicht die Originaldaten, sondern nur die Darstellung und Transformation in dieser Vorschau.


7. Abfrageeinstellungen – Das Herzstück von Power Query

Der rechte Bereich ist der wichtigste Unterschied zu Excel.

7.1 Eigenschaften

Name der Abfrage und optionale Beschreibung.

7.2 Angewendete Schritte

Das „Protokoll“ Ihrer Arbeit. Jede Aktion wird hier gespeichert (Quelle, Geänderter Typ, etc.).

Das Zahnrad-Symbol: Erscheint neben vielen Schritten. Ein Klick darauf öffnet das Einstellungsfenster des Schritts erneut – Sie können Parameter also jederzeit anpassen, ohne den Schritt zu löschen.

Screenshot der angewendeten Schritte im Power Query Editor mit hervorgehobenem Zahnrad-Symbol zur Bearbeitung einzelner Transformationsschritte
Das Zahnrad-Symbol in den „Angewendeten Schritten“ ermöglicht die nachträgliche Bearbeitung von Transformationen im Power Query Editor.

💡 Praxis-Tipp (sehr wichtig): Benennen Sie Schritte sinnvoll um (Rechtsklick → Umbenennen) – das erhöht die Verständlichkeit für Kollegen und Ihr „zukünftiges Ich“ enorm.

💡 Praxis-Tipp (wichtig fürs tägliche Arbeiten):

  • Klicken Sie auf einen Schritt → die Datenvorschau zeigt exakt den Zustand nach diesem Schritt.
  • Rechtsklick auf einen Schritt → Löschen, Verschieben (Drag & Drop) oder Umbenennen.

8. Die Statusleiste (ganz unten)

Hier sehen Sie auf einen Blick:

  • Anzahl der angezeigten Zeilen und Spalten
  • Ladestatus („Wird geladen…“)
  • Hinweise auf Fehler oder Warnungen

9. Die Formelleiste & der M-Code

Fortgeschrittene können zusätzlich mit der Formelsprache M arbeiten.

Bearbeitungsleiste: Zeigt den M-Code des in den Abfrageeinstellungen markierten Schritts. Hier können Sie den Code manuell anpassen.

Power Query Bearbeitungsleiste im Editor zur Anzeige und Anpassung von M-Code
Die Bearbeitungsleiste zeigt den aktuellen M-Code und ermöglicht direkte Anpassungen

Erweiterter Editor: Zeigt das komplette Skript der Abfrage (Register „Ansicht“). Hier können Sie alle Schritte auf einmal einsehen und direkt bearbeiten. Sie können den Erweiterten Editor im Menüband unter der Registerkarte Start und hier in der Befehlsgruppe Abfrage aktivieren.

Power Query Erweiterter Editor mit vollständigem M Code zur Bearbeitung von Abfragen
Im erweiterten Editor bearbeiten Sie den vollständigen M-Code Ihrer Abfrage

💡 Tipp: Eine ausführliche Einführung in die M-Sprache folgt in einem eigenen Beitrag dieser Reihe.


10. Häufige Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Gerade am Anfang passieren immer wieder die gleichen Fehler:

„Meine Daten werden nicht aktualisiert.“
→ Haben Sie auf „Schließen & laden“ geklickt? Ohne diesen Schritt werden Änderungen nicht in Excel übernommen.

„Power Query zeigt einen Fehler in einer Spalte.“
→ Prüfen Sie den Datentyp. Oft ist eine Spalte als Zahl definiert, enthält aber Text oder Leerzeichen.

„Ich habe einen Schritt gelöscht und Strg+Z funktioniert nicht.“
→ Power Query kennt kein klassisches Rückgängig. Gelöschte Schritte sind unwiderruflich weg – Strg+Z hat hier keine Wirkung.

„Meine Abfrage lädt ewig.“
→ Prüfen Sie, ob unnötige Abfragen aktiv geladen werden. Abfragen, die nur als Zwischenschritt dienen, sollten als „Nur Verbindung“ gespeichert werden.


11. Zusammenspiel der Bereiche (Praxisverständnis)

So arbeiten die Bereiche zusammen:

  1. Sie wählen links eine Abfrage.
  2. Sie betrachten die Daten in der Mitte (und prüfen die grünen Qualitätsbalken).
  3. Sie nutzen das Menüband oder den Rechtsklick für eine Aktion.
  4. Der Schritt wird rechts gespeichert und der M-Code oben in der Leiste aktualisiert.

Die Bereiche lassen sich übrigens mit den kleinen Pfeilen am Rand ein- und ausblenden – praktisch, wenn Sie mehr Platz für die Datenvorschau brauchen.


12. Fazit

Die Oberfläche von Power Query wirkt am Anfang ungewohnt – ist aber logisch aufgebaut:

  • Menüband = Werkzeuge
  • Links = Struktur & Abhängigkeiten
  • Mitte = Daten & Qualität
  • Rechts = Logik & Dokumentation

Sobald Sie dieses Prinzip verstanden haben, wird Power Query deutlich einfacher.


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Dort diskutiere ich regelmäßig über Excel, Power Query und Controlling-Themen.

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