Wie viele Freitage enthält eine Terminliste? Wie oft wurde an einem Montag bestellt? Und wie viele Einsätze fanden an einem Wochenende statt? In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du bestimmte Wochentage in einer Datumsliste zählst – mit einer klassischen Matrixformel, einer robusten Lösung über SUMMENPRODUKT und einer modernen Formel für Excel 365.

In vielen Tabellen werden Vorgänge ausschließlich mit ihrem Datum erfasst. Der dazugehörige Wochentag steht jedoch nicht immer in einer eigenen Spalte. Für eine Auswertung möchtest du trotzdem wissen, wie häufig ein bestimmter Wochentag innerhalb der Liste vorkommt.
Excel kann diese Frage direkt anhand der Datumswerte beantworten. Eine zusätzliche Hilfsspalte mit ausgeschriebenen Wochentagen ist dafür nicht erforderlich. Auch ZÄHLENWENN oder ZÄHLENWENNS reichen hier allein nicht aus: Diese Funktionen vergleichen vorhandene Zellwerte, können den Wochentag aber nicht selbst aus dem Datum ableiten.
Die zentrale Formel lautet:
=SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=G2))
In diesem Beitrag schauen wir uns genau an, wie diese Formel funktioniert, welche Rolle das zweite Argument der Funktion WOCHENTAG spielt und wie du die Lösung flexibel, robust und versionsübergreifend einsetzen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Unser Praxisbeispiel
Wir verwenden eine Liste mit verschiedenen Terminen aus dem August 2026. Die Datumswerte befinden sich im Bereich A2:A13.
| Zelle | Datum | Wochentag zur Kontrolle |
| A2 | 01.08.2026 | Samstag |
| A3 | 03.08.2026 | Montag |
| A4 | 07.08.2026 | Freitag |
| A5 | 12.08.2026 | Mittwoch |
| A6 | 14.08.2026 | Freitag |
| A7 | 18.08.2026 | Dienstag |
| A8 | 21.08.2026 | Freitag |
| A9 | 22.08.2026 | Samstag |
| A10 | 25.08.2026 | Dienstag |
| A11 | 28.08.2026 | Freitag |
| A12 | 30.08.2026 | Sonntag |
| A13 | 31.08.2026 | Montag |
In der Zelle G2 tragen wir die Zahl 5 ein. Diese Zahl steht in unserem Berechnungssystem für Freitag.
In der Zelle H2 verwenden wir folgende Formel:
=SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=G2))
Das Ergebnis lautet: 4
In unserer Datumsliste kommen somit vier Freitage vor: der 7., 14., 21. und 28. August 2026.
Die Kontrollspalte mit dem ausgeschriebenen Wochentag dient lediglich dazu, das Ergebnis nachvollziehen zu können. Für die eigentliche Berechnung wird sie nicht benötigt. Erzeugen kannst du sie bei Bedarf mit dieser Formel:
=TEXT(A2;“TTTT“)
Das Grundprinzip der Berechnung
Damit Excel einen bestimmten Wochentag zählen kann, benötigen wir im Grunde vier Schritte:
- Excel ermittelt für jedes Datum den zugehörigen Wochentag.
- Die ermittelten Wochentage werden mit dem gesuchten Wochentag verglichen.
- Treffer werden in den Wert 1 und alle anderen Ergebnisse in den Wert 0 umgewandelt.
- Anschließend werden sämtliche Treffer addiert.
Die Berechnungslogik lautet damit:
Datumsliste → Wochentage ermitteln → gesuchten Wochentag prüfen → Treffer in 1 umwandeln → Treffer addieren
Entscheidend ist, dass Excel Datumsangaben intern als fortlaufende Zahlen speichert. Dadurch kann die Funktion WOCHENTAG nicht nur ein einzelnes Datum, sondern auch einen ganzen Datumsbereich auswerten. Enthält eine Zelle zusätzlich eine Uhrzeit, ändert das den Wochentag nicht: Maßgeblich ist der ganzzahlige Anteil der fortlaufenden Datumszahl.
Schritt 1: Den Wochentag eines Datums ermitteln
Für die Ermittlung des Wochentags verwenden wir die Funktion WOCHENTAG.
Die vereinfachte Syntax lautet:
=WOCHENTAG(Datum;Typ)
Das erste Argument enthält das auszuwertende Datum. Mit dem optionalen zweiten Argument legen wir fest, wie Excel die Wochentage nummerieren soll.
Für ein einzelnes Datum in A2 verwenden wir:
=WOCHENTAG(A2;2)
Steht in A2 der 01.08.2026, liefert die Formel das Ergebnis 6, weil es sich bei diesem Datum um einen Samstag handelt.
Durch das zweite Argument 2 beginnt die Woche bei Montag.
| Ergebnis | Wochentag |
| 1 | Montag |
| 2 | Dienstag |
| 3 | Mittwoch |
| 4 | Donnerstag |
| 5 | Freitag |
| 6 | Samstag |
| 7 | Sonntag |
Diese Nummerierung ist besonders übersichtlich, weil sie der in Deutschland üblichen Wochenreihenfolge entspricht.
Warum sollte das zweite Argument angegeben werden?
Wird das zweite Argument weggelassen, verwendet Excel standardmäßig eine andere Nummerierung:
| Ergebnis ohne Typ | Wochentag |
| 1 | Sonntag |
| 2 | Montag |
| 3 | Dienstag |
| 4 | Mittwoch |
| 5 | Donnerstag |
| 6 | Freitag |
| 7 | Samstag |
In älteren Formelbeispielen wird deshalb häufig die Zahl 7 verwendet, um Samstage zu zählen. Das ist nicht falsch, kann aber leicht zu Missverständnissen führen.
Durch die ausdrückliche Verwendung von ;2 ist sofort erkennbar, welches Nummerierungssystem angewendet wird:
=WOCHENTAG(A2;2)
In diesem Beitrag verwenden wir daher durchgehend den Typ 2. Typ 11 liefert übrigens dieselbe Nummerierung wie Typ 2 (Quelle: Microsoft-Dokumentation zur WOCHENTAG-Funktion).
Schritt 2: Den gewünschten Wochentag prüfen
Nachdem Excel den Wochentag ermittelt hat, können wir überprüfen, ob er unserem gesuchten Wochentag entspricht.
Für einen Freitag lautet die Prüfung:
=WOCHENTAG(A2;2)=5
Excel liefert dabei einen Wahrheitswert:
- Ist das Datum ein Freitag, lautet das Ergebnis WAHR.
- Ist das Datum kein Freitag, lautet das Ergebnis FALSCH.
Für den gesamten Datenbereich A2:A13 verwenden wir:
=WOCHENTAG(A2:A13;2)=5
Intern entsteht dadurch eine Folge von Wahrheitswerten. Für unsere Beispieldaten sieht sie vereinfacht so aus:
FALSCH, FALSCH, WAHR, FALSCH, WAHR, FALSCH, WAHR, FALSCH, FALSCH, WAHR, FALSCH, FALSCH
Jeder Wahrheitswert gehört zu einem Datum aus unserer Liste. Jetzt müssen wir diese Ergebnisse nur noch in eine Form bringen, die Excel addieren kann.
Schritt 3: WAHR und FALSCH in Zahlen umwandeln
Wahrheitswerte lassen sich in Excel in Zahlen umwandeln:
- WAHR entspricht dem Wert 1.
- FALSCH entspricht dem Wert 0.
Eine häufig verwendete Methode ist der sogenannte doppelte Minusoperator:
–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=5)
Das erste Minuszeichen wandelt den Wahrheitswert in eine Zahl um, kehrt dabei aber das Vorzeichen um. Das zweite Minuszeichen stellt das ursprüngliche Vorzeichen wieder her.
Dadurch entsteht aus unserer Wahrheitswertfolge eine Liste aus Nullen und Einsen, die im nächsten Schritt addiert werden kann.
Die empfohlene Lösung mit SUMMENPRODUKT
Für die meisten Excel-Versionen ist SUMMENPRODUKT die unkomplizierteste Lösung:
=SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=5))
Die Formel setzt genau die drei zuvor beschriebenen Schritte zusammen: WOCHENTAG(A2:A13;2) ermittelt zu jedem Datum die Wochentagsnummer (Schritt 1), der Vergleich mit der Zahl 5 liefert WAHR oder FALSCH (Schritt 2), und der doppelte Minusoperator wandelt diese Wahrheitswerte in 1 und 0 um (Schritt 3). SUMMENPRODUKT addiert anschließend alle Werte.
Andere Wochentage zählen
Möchtest du einen anderen Wochentag zählen, ersetzt du lediglich die Zahl 5:
| Gesuchter Wochentag | Formel |
| Montag | =SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=1)) |
| Dienstag | =SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=2)) |
| Mittwoch | =SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=3)) |
| Donnerstag | =SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=4)) |
| Freitag | =SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=5)) |
| Samstag | =SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=6)) |
| Sonntag | =SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=7)) |
SUMMENPRODUKT hat einen wichtigen Vorteil: Die Formel muss auch in älteren Excel-Versionen nicht mit Strg + Umschalt + Enter abgeschlossen werden. Eine normale Bestätigung mit der Eingabetaste genügt.
Leere Zellen zuverlässig ausschließen
In einer vollständig gefüllten Datumsliste funktioniert die bisherige Formel problemlos. In der Praxis enthalten größere Auswertungsbereiche jedoch häufig leere Zellen.
Eine leere Zelle kann innerhalb einer Datumsberechnung wie der Zahlenwert 0 behandelt werden. WOCHENTAG(0;2) liefert den Wert 6 – also Samstag. Abhängig vom verwendeten Wochentagssystem besteht daher die Gefahr, dass leere Zellen versehentlich mitgezählt werden. Besonders betroffen ist die Zählung von Samstagen bei Typ 2.
Verwende deshalb bei Bereichen mit möglichen Leerzellen die robustere Formel:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(WOCHENTAG(A2:A100;2)=5))
Diese Formel enthält zwei Bedingungen:
- A2:A100<>““ prüft, ob die jeweilige Zelle nicht leer ist.
- WOCHENTAG(A2:A100;2)=5 prüft, ob es sich bei dem Datum um einen Freitag handelt.
Da beide Bedingungen innerhalb von SUMMENPRODUKT miteinander multipliziert werden, wird eine Zeile nur gezählt, wenn die Zelle einen Inhalt besitzt und das enthaltene Datum auf einen Freitag fällt.
Diese Leerprüfung ist die empfohlene Standardvariante, sobald der Bereich über die vollständig gefüllte Beispielliste A2:A13 hinausgeht. In allen folgenden Abschnitten verwende ich sie deshalb durchgehend, ohne sie erneut zu erläutern.
Was die Leerprüfung nicht leistet: Sie schützt ausschließlich vor leeren Zellen. Enthält der Bereich Text, der nur wie ein Datum aussieht, oder bereits vorhandene Fehlerwerte wie #NV, hilft sie nicht weiter. WOCHENTAG wertet den kompletten Bereich aus, und der dabei entstehende Fehler wird durch die Multiplikation hindurchgereicht – selbst dann, wenn die betroffene Zeile durch die Leerprüfung eigentlich mit 0 gewichtet würde. Das Gesamtergebnis lautet in diesem Fall #WERT!. Prüfe solche Bereiche vorab mit =ISTZAHL(A2) (siehe Abschnitt „Typische Fehler und ihre Ursachen“).
Die klassische Matrixformel
In älteren Excel-Arbeitsmappen findet man häufig folgende Formel:
{=SUMME(WENN(WOCHENTAG(A2:A13;2)=5;1;0))}
Die geschweiften Klammern dürfen dabei nicht manuell eingegeben werden. In älteren Excel-Versionen (oder wenn man den klassischen CSE-Pfad beschreitet) muss die Formel mit der Tastenkombination Strg + Umschalt + Enter abgeschlossen werden. Excel setzt die geschweiften Klammern anschließend automatisch.
Welche Formel ist empfehlenswert?
Die klassische Matrixformel funktioniert weiterhin, ist für neue Arbeitsmappen jedoch meist nicht mehr die beste Wahl. Die SUMMENPRODUKT-Variante ist kürzer und benötigt keine besondere Tastenkombination. Die klassische Formel ist vor allem dann relevant, wenn du bestehende Arbeitsmappen nachvollziehen oder ältere Formellösungen verstehen möchtest.
Moderne Lösung für Excel 365 und Excel 2021
In Excel 365 und Excel 2021 können Arrayberechnungen direkt verarbeitet werden. Die Formel lässt sich deshalb auch mit SUMME schreiben:
=SUMME(–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=5))
Die Formel wird einfach mit Enter bestätigt. Eine klassische Matrixeingabe (CSE) ist in diesen Excel-Versionen nicht mehr erforderlich.
Moderne Lösung mit LET
Mit der Funktion LET können wir den Datenbereich und den gesuchten Wochentag innerhalb der Formel benennen:
=LET(Daten;A2:A13;WTagNr;5;SUMME(–(WOCHENTAG(Daten;2)=WTagNr)))
Der Vorteil liegt vor allem in der besseren Lesbarkeit. Bei längeren Formeln muss derselbe Zellbereich nicht mehrfach eingegeben werden.
Hinweis zur Namenswahl: Die Variable heißt hier bewusst WTagNr und nicht Wochentag. Ein Variablenname, der einem Funktionsnamen entspricht, ist beim Lesen der Formel mindestens missverständlich. Die Namen in LET folgen denselben Regeln wie Namen im Namens-Manager – kritisch sind vor allem Bezeichnungen, die wie ein Zellbezug aussehen (Quelle: Microsoft-Dokumentation zur LET-Funktion).
Leerzellen in der LET-Formel ausschließen (robuste Variante):
=LET(Daten;A2:A100;WTagNr;5;SUMME((Daten<>““)*(WOCHENTAG(Daten;2)=WTagNr)))
Wichtiger Unterschied zu SUMMENPRODUKT: SUMMENPRODUKT multipliziert die übergebenen Argumente automatisch miteinander, SUMME addiert sie. Bei zwei Bedingungen müssen diese innerhalb von SUMME deshalb ausdrücklich mit dem Multiplikationszeichen * verknüpft werden. Zwei durch Semikolon getrennte Argumente würden stattdessen addiert – das Ergebnis wäre die Anzahl der gefüllten Zellen zuzüglich der Anzahl der Freitage und damit deutlich zu hoch.
Moderne Alternative mit FILTER (Excel 365)
In Excel 365 lässt sich die Anzahl alternativ über eine Kombination aus ANZAHL und FILTER ermitteln:
=ANZAHL(FILTER(A2:A100;(WOCHENTAG(A2:A100;2)=5)*(A2:A100<>““);““))
Ohne das Argument [wenn_leer] liefert FILTER den Fehler #KALK!, wenn keine Zeile passt. Wir übergeben deshalb einen leeren Ersatzwert.
ANZAHL statt ANZAHL2 verwenden: Hier ist die Funktionswahl entscheidend. ANZAHL2 zählt laut Microsoft-Dokumentation Zellen mit beliebigem Inhalt – ausdrücklich einschließlich Fehlerwerten und leerem Text („“). Bei null Treffern würde FILTER genau diesen leeren Ersatzwert zurückgeben, und ANZAHL2 würde ihn als 1 zählen. ANZAHL zählt dagegen ausschließlich Zahlen. Da Excel Datumswerte intern als Zahlen speichert, werden alle Treffer korrekt erfasst, der Textwert „“ jedoch ignoriert. Bei null Treffern lautet das Ergebnis damit zuverlässig 0.
Ein Text wie „Kein Treffer“ wäre zum Anzeigen geeignet, zum Zählen aber nicht: Er würde als Textwert weder von ANZAHL erfasst noch ein sinnvolles Ergebnis liefern.
Sollen die passenden Datumswerte selbst ausgegeben werden, verwendest du FILTER ohne ANZAHL:
=FILTER(A2:A100;(WOCHENTAG(A2:A100;2)=5)*(A2:A100<>““);“Kein Treffer“)
Damit lassen sich Treffer nicht nur zählen, sondern bei Bedarf auch direkt ausgeben.
Wochentag flexibel auswählen
Noch praktischer wird die Auswertung, wenn der gesuchte Wochentag nicht fest in der Formel steht, sondern wie in unserem Praxisbeispiel aus der Zelle G2 gelesen wird. In H2 tragen wir dann ein:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A13<>““);–(WOCHENTAG(A2:A13;2)=G2))
Wenn in G2 die Zahl 5 steht, zählt Excel alle Freitage. Ändern wir den Wert auf 1, werden automatisch die Montage gezählt.
Den Wochentag über eine Dropdown-Liste auswählen
Die Eingabe einer Zahl zwischen 1 und 7 funktioniert, ist für andere Benutzer aber nicht besonders komfortabel. Benutzerfreundlicher ist eine Dropdown-Liste mit ausgeschriebenen Wochentagen.
Lege zunächst eine kleine Zuordnungstabelle an. Da H2 in unserem Beispiel bereits die Ergebnisformel enthält, legen wir sie etwas weiter rechts an: die Wochentagsnamen in J2:J8 und die Nummern 1 bis 7 in K2:K8.
Anschließend richtest du in G2 eine Dropdown-Liste ein:
- Markiere die Zelle G2.
- Öffne Daten → Datenüberprüfung.
- Wähle unter Zulassen den Eintrag Liste.
- Trage als Quelle den Bereich $J$2:$J$8 ein und bestätige mit OK.
Die passende Wochentagsnummer ermitteln wir per XVERWEIS:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(WOCHENTAG(A2:A100;2)=XVERWEIS(G2;J2:J8;K2:K8)))
XVERWEIS ist in Excel 2016 und Excel 2019 nicht verfügbar.
Alternative ohne XVERWEIS
Falls XVERWEIS in deiner Excel-Version nicht verfügbar ist, kannst du SVERWEIS verwenden:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(WOCHENTAG(A2:A100;2)=SVERWEIS(G2;J2:K8;2;FALSCH)))
Bei Verwendung von SVERWEIS mit FALSCH als viertem Argument ist keine Sortierung der Tabelle erforderlich, da Excel nach einer exakten Übereinstimmung sucht.
Alternative ganz ohne Zuordnungstabelle
Mit der Funktion TEXT lässt sich das Datum unmittelbar in den ausgeschriebenen Wochentagsnamen umwandeln. Der Vergleich erfolgt dann direkt gegen den Eintrag in G2, eine Zuordnung zu Nummern entfällt vollständig:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(TEXT(A2:A100;“TTTT“)=G2))
Die Dropdown-Liste kann in diesem Fall direkt auf eine Liste der Wochentagsnamen verweisen.
Einschränkung: Das Ergebnis des Formatcodes hängt von der Sprachversion und den Regionaleinstellungen ab. In einer englischsprachigen Excel-Version liefert der Formatcode TTTT nicht das gewünschte Ergebnis, und der Vergleich scheitert. Für Arbeitsmappen, die international weitergegeben werden, bleibt die Lösung über WOCHENTAG die robustere Variante.
Eine vollständige Wochentagsauswertung erstellen
Statt nur einen einzelnen Wochentag zu zählen, kannst du eine komplette Übersicht erstellen. Trage in D2:D8 die Zahlen 1 bis 7 und in C2:C8 die Wochentagsnamen ein.
In E2 verwendest du:
=SUMMENPRODUKT(–($A$2:$A$100<>““);–(WOCHENTAG($A$2:$A$100;2)=D2))
Kopiere die Formel bis E8 nach unten. Durch die absoluten Bezüge bleibt der Datenbereich unverändert, während sich der Bezug auf D2 dynamisch anpasst. So erhältst du eine vollständige Häufigkeitsverteilung aller Wochentage als Grundlage für Diagramme.
Moderne Alternative mit GRUPPIERENNACH
In Microsoft 365 lässt sich dieselbe Verteilung mit einer einzigen Formel erzeugen:
=GRUPPIERENNACH(WOCHENTAG(A2:A13;2);A2:A13;ANZAHL2)
GRUPPIERENNACH fasst die Wochentagsnummern zusammen und zählt die zugehörigen Datumswerte in einem Arbeitsschritt. Das Ergebnis enthält allerdings nur die Nummern 1 bis 7; für ausgeschriebene Wochentagsnamen brauchst du weiterhin eine Zuordnung oder den TEXT-Ansatz aus dem vorherigen Abschnitt.
Verfügbarkeit: Die Funktion steht Abonnenten von Excel für Microsoft 365 seit September 2024 im aktuellen Kanal zur Verfügung. In Excel 2021 und älteren Versionen ist sie nicht vorhanden. Der deutsche Funktionsname lautet GRUPPIERENNACH, das Gegenstück für Kreuztabellen heißt PIVOTMIT.
Werktage und Wochenendtage zählen
Die bisherige Formel prüft, ob die Wochentagsnummer genau einem bestimmten Wert entspricht. Wir können aber auch mehrere Wochentage zu einer Gruppe zusammenfassen.
Wochenendtage zählen:
Bei Typ 2 stehen die Zahlen 6 und 7 für Samstag und Sonntag. Alle Wochentagsnummern größer als 5 gehören damit zum Wochenende:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(WOCHENTAG(A2:A100;2)>5))
Wochentage von Montag bis Freitag zählen:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(WOCHENTAG(A2:A100;2)<=5))
Beachte: Gesetzliche Feiertage werden hierbei ebenfalls mitgezählt, da die Formel ausschließlich anhand des Wochentags filtert.
Feiertage ausschließen
Liegt eine Liste der gesetzlichen Feiertage vor – zum Beispiel als benannter Bereich mit dem Namen Feiertage –, lassen sich diese Tage über eine zusätzliche Bedingung herausrechnen:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(WOCHENTAG(A2:A100;2)<=5);–(ZÄHLENWENN(Feiertage;A2:A100)=0))
ZÄHLENWENN prüft für jedes Datum, wie oft es in der Feiertagsliste vorkommt. Nur Datumswerte ohne Treffer erfüllen die Bedingung und werden gezählt. Wie du eine solche Feiertagsliste für Deutschland automatisch berechnest, zeigt der Beitrag F10 dieser Serie.
Abgrenzung: NETTOARBEITSTAGE und ARBEITSTAG
Diese beiden Aufgabenstellungen werden häufig verwechselt, sind aber grundverschieden:
- NETTOARBEITSTAGE bzw. NETTOARBEITSTAGE.INTL beantworten die Frage „Wie viele Werktage liegen zwischen zwei Datumsangaben?“ Sie zählen also innerhalb eines zusammenhängenden Zeitraums und können eine Feiertagsliste direkt als Argument entgegennehmen.
- Die Formeln aus diesem Beitrag beantworten die Frage „Wie oft kommt ein bestimmter Wochentag in meiner vorhandenen Datumsliste vor?“ Hier können einzelne Tage fehlen oder mehrfach auftreten – genau deshalb führt der Weg über NETTOARBEITSTAGE hier nicht zum Ziel.
Zusätzliche Bedingungen berücksichtigen
Soll neben dem Wochentag auch eine Abteilung (in B2:B100) geprüft werden, lautet die Formel:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(WOCHENTAG(A2:A100;2)=G2);–(B2:B100=G3))
Freitage im August 2026 zählen:
Befinden sich Datumswerte aus mehreren Monaten im Bereich, kannst du Monat und Jahr prüfen:
=SUMMENPRODUKT(–(A2:A100<>““);–(WOCHENTAG(A2:A100;2)=5);–(MONAT(A2:A100)=8);–(JAHR(A2:A100)=2026))
Möchtest du Monat und Jahr aus Referenzzellen auslesen, ersetze die festen Zahlen entsprechend durch Zellbezüge (z. B. =MONAT(G5) und =JAHR(G6)).
Datumsbereich dynamisch erweitern
Die sauberste Lösung besteht darin, den Datenbereich als intelligente Excel-Tabelle zu formatieren (Einfügen → Tabelle).
Trägt die Tabelle den Namen tblTermine und die Spalte den Namen Datum, lautet die Formel:
=SUMMENPRODUKT(–(tblTermine[Datum]<>““);–(WOCHENTAG(tblTermine[Datum];2)=G2))
Sobald du neue Daten hinzufügst, erweitert Excel den Bereich automatisch, ohne dass Formeln angepasst werden müssen.
Performance bei großen Datensätzen
Bei sehr großen Datensätzen (z. B. mehr als 50.000 Zeilen) kann die SUMMENPRODUKT-Formel spürbar langsamer werden, da sie den gesamten Bereich zeilenweise berechnet.
Empfehlungen für große Datenmengen:
Bereich sauber begrenzen: Der wirksamste Hebel ist, gar nicht erst über zehntausende leere Zeilen hinweg zu rechnen. Eine intelligente Excel-Tabelle (siehe Abschnitt oben) begrenzt den Auswertungsbereich automatisch auf die tatsächlich gefüllten Zeilen.
Hilfsspalte mit ZÄHLENWENN: Bei sehr vielen Auswertungen über denselben Bereich kann eine Hilfsspalte mit =WOCHENTAG(A2;2) die Berechnung beschleunigen. Anschließend zählst du mit ZÄHLENWENN, das auf eine optimierte Zählroutine zurückgreift:
=ZÄHLENWENN(B2:B100000;5)
FILTER (Excel 365/2021): Die FILTER-Variante ist vor allem übersichtlicher und erlaubt es, Treffer bei Bedarf direkt auszugeben. Sie durchläuft den Bereich allerdings ebenfalls vollständig und ist nicht grundsätzlich schneller als SUMMENPRODUKT:
=ANZAHL(FILTER(A2:A100000;(WOCHENTAG(A2:A100000;2)=5)*(A2:A100000<>““);““))
Power Query: Bei sehr großen oder regelmäßig aktualisierten Datenmengen lohnt es sich, die Auswertung aus dem Tabellenblatt herauszulösen. Eine benutzerdefinierte Spalte mit Date.DayOfWeek([Datum]; Day.Monday) liefert den Wochentag als Zahl (0 für Montag), anschließend fasst du die Werte über Transformieren → Gruppieren nach zusammen.
Diese Performance-Aspekte sind besonders relevant, wenn du regelmäßig mit großen Datenmengen arbeitest oder mehrere Auswertungen gleichzeitig durchführst.
Typische Fehler und ihre Ursachen
| Fehler | Ursache | Lösung |
| Die Formel zählt den falschen Wochentag | Falsches zweites Argument bei WOCHENTAG | Überprüfe das zweite Argument (;2 für Montag = 1 bis Sonntag = 7) |
| Leere Zellen werden mitgezählt | Fehlende Leerprüfung | Ergänze die Prüfung (A2:A100<>““). Besonders bei Typ 2 werden leere Zellen sonst als Samstag (6) gezählt |
| Excel liefert den Fehler #WERT! | Mindestens eine Zelle enthält Text statt eines gültigen Excel-Datums | Überprüfe dies mit =ISTZAHL(A2). Das Ergebnis muss WAHR sein. Sieht eine Zelle nur aus wie ein Datum, ist intern aber Text, scheitert WOCHENTAG häufig. Solche Werte solltest du mit DATUM() erzeugen oder in echte Datumswerte umwandeln |
| Der Fehler bleibt trotz Leerprüfung bestehen | Der Bereich enthält Text oder bereits vorhandene Fehlerwerte wie #NV | Die Leerprüfung wirkt nur gegen leere Zellen. Fehler werden durch die Multiplikation hindurchgereicht und machen das Gesamtergebnis zum Fehlerwert. Bereinige die Quelldaten oder fange die Fehler in einer Hilfsspalte ab |
| Die LET- oder SUMME-Formel liefert ein viel zu hohes Ergebnis | Zwei Bedingungen wurden in SUMME als getrennte Argumente übergeben | SUMME addiert seine Argumente. Verknüpfe die Bedingungen ausdrücklich mit * oder verwende SUMMENPRODUKT |
| ANZAHL2(FILTER(…)) liefert 1 statt 0 | ANZAHL2 zählt auch leeren Text („“) | Verwende ANZAHL. Diese Funktion zählt nur Zahlen und ignoriert den leeren Ersatzwert |
| XVERWEIS wird nicht erkannt | Ältere Excel-Version | Nutze in älteren Versionen stattdessen den SVERWEIS. XVERWEIS steht in Excel 2016 und Excel 2019 nicht zur Verfügung |
| Die Anzahl ist höher als erwartet | Doppelte Datumswerte | Die Formel zählt jede befüllte Zeile einzeln. Kommt ein Datum mehrfach vor, wird es mehrfach gezählt |
Das eigentliche Excel-Prinzip hinter der Formel
Die Lösung zeigt ein wichtiges Grundprinzip vieler Excel-Auswertungen: Werte ableiten → Bedingung prüfen → Wahrheitswerte in Zahlen umwandeln → Treffer addieren.
Der eigentliche Gewinn liegt in der Übertragbarkeit. Sobald eine Fragestellung lautet „Wie oft trifft eine Eigenschaft zu, die ich erst aus den vorhandenen Daten ableiten muss?“, ist dieses Muster die passende Antwort – bei Bestellungen, Störungen und Lieferungen nach Wochentagen ebenso wie bei Auswertungen, die mit Datumswerten gar nichts zu tun haben.
Häufige Fragen
Wie kann ich in Excel zählen, wie oft ein Freitag vorkommt?
Verwende =SUMMENPRODUKT(–(WOCHENTAG(A2:A100;2)=5)) (ggf. mit Leerstellenprüfung).
Welche Zahl steht bei WOCHENTAG für Freitag?
Bei Typ 2 steht die Zahl 5 für Freitag.
Wie kann ich Samstage und Sonntage gemeinsam zählen?
Nutze den Operator >5.
Benötige ich eine zusätzliche Spalte mit dem Wochentag?
Nein, die Funktion WOCHENTAG ermittelt dies direkt aus dem Datum.
Warum reicht ZÄHLENWENN nicht?
ZÄHLENWENN vergleicht vorhandene Zellinhalte. Den Wochentag muss Excel zuvor aus dem Datum ableiten – dafür eignet sich SUMMENPRODUKT bzw. eine Arrayformel.
Muss SUMMENPRODUKT als Matrixformel eingegeben werden?
Nein, eine normale Bestätigung mit Enter genügt.
Werden doppelte Datumswerte mehrfach gezählt?
Ja, die Formel wertet jede Zeile einzeln aus.
Warum zählt Excel leere Zellen als Samstag?
Eine leere Zelle wird wie der Wert 0 behandelt. WOCHENTAG(0;2) ergibt 6.
Wie schließe ich gesetzliche Feiertage aus?
Über eine zusätzliche Bedingung mit ZÄHLENWENN gegen eine Feiertagsliste.
Warum liefert ANZAHL2 zusammen mit FILTER eine 1, obwohl es keine Treffer gibt?
ANZAHL2 zählt auch leeren Text mit. Verwende stattdessen ANZAHL.
Kann ich statt der Wochentagsnummer direkt den Namen vergleichen?
Ja, über TEXT(A2:A100;“TTTT“). Das Ergebnis ist allerdings von der Sprachversion abhängig.
Fazit
Mit der Funktion WOCHENTAG lässt sich direkt aus einem Datum eine Wochentagsnummer ableiten. In Verbindung mit SUMMENPRODUKT kannst du anschließend zählen, wie häufig ein bestimmter Wochentag innerhalb einer Datumsliste vorkommt – komplett ohne Hilfsspalte und versionsübergreifend. Ergänze bei realen Datenbeständen immer die Leerprüfung und achte darauf, dass der Bereich echte Datumswerte enthält. Bei großen Datensätzen sorgen eine sauber begrenzte Tabelle und eine Hilfsspalte mit ZÄHLENWENN für die beste Performance.
Beispieldatei herunterladen
Alle in diesem Beitrag gezeigten Formeln findest du in der begleitenden Excel-Arbeitsmappe (inklusive der modernen LET- und FILTER-Varianten, der TEXT-Alternative, Dropdown-Auswertungen, Feiertagsprüfung und Mehrfachbedingungen).
Weiterführende Links
Wenn Du einzelne Funktionen oder die Arbeit mit Datumswerten vertiefen möchtest, dann findest Du in der offiziellen Microsoft-Dokumentation weitere Informationen:
- WOCHENTAG-Funktion – ermittelt die Nummer des Wochentags zu einem Datum
- SUMMENPRODUKT-Funktion – multipliziert entsprechende Arrayelemente und addiert die Ergebnisse
- SUMME-Funktion – addiert Zahlen und Arrayergebnisse
- LET-Funktion – vergibt Namen für Zwischenergebnisse innerhalb einer Formel
- FILTER-Funktion – filtert einen Datenbereich anhand festgelegter Bedingungen
- ANZAHL-Funktion – zählt Zellen mit Zahlenwerten
- ANZAHL2-Funktion – zählt alle nicht leeren Zellen
- ZÄHLENWENN-Funktion – zählt Zellen, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen
- TEXT-Funktion – stellt Zahlen und Datumswerte in einem vorgegebenen Format dar
- XVERWEIS-Funktion – sucht einen Wert und gibt den zugehörigen Wert aus einem anderen Bereich zurück
- SVERWEIS-Funktion – sucht Werte in der ersten Spalte einer Tabelle
- NETTOARBEITSTAGE.INTL-Funktion – berechnet Arbeitstage mit frei wählbaren Wochenendtagen
- GRUPPIERENNACH-Funktion – gruppiert, aggregiert, sortiert und filtert Daten
- Übersicht der Datums- und Uhrzeitfunktionen – Überblick über die Datumsfunktionen in Excel
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